Ein Verkehrsunfall ist immer eine Ausnahmesituation, die im Winter durch widrige Straßenverhältnisse zusätzlich erschwert wird. Bei verschneiten beziehungsweise vereisten Straßen ist es besonders schwierig, die Spuren eines Unfalls präzise zu dokumentieren, da Bremsspuren schnell verschwinden oder schwer zu erkennen sind. Dennoch ist eine akribische Beweissicherung essenziell für die spätere Schadensregulierung.
Digitale Beweissicherung: Das Smartphone als wichtigstes Werkzeug
Unabhängig von der Jahreszeit ist die Kamera des Mobiltelefons das wichtigste Hilfsmittel zur Dokumentation eines Unfalls.
- Umfassende Aufnahmen: Es sollten sofort zahlreiche Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven gemacht werden. Die Dokumentation muss sowohl die allgemeine Unfallsituation als auch Details erfassen.
- Kennzeichen und Schäden: Unverzichtbar sind klare Fotos vom Nummernschild des beteiligten Fahrzeuges sowie eine detaillierte Dokumentation der Fahrzeugschäden beider Parteien.
Markierung von Spuren und Gegenständen
Gerade im Winter sind visuelle Spuren wie Bremswege oder Schleuderspuren auf Schnee oder Eis flüchtig. Um diese für die Beweissicherung festzuhalten, ist eine Markierung notwendig:
- Farbige Markierungshilfen: Sind noch Bremsspuren oder relevante Stellen zu sehen, sollten diese mit farbigen Gegenständen markiert werden. Hierfür eignen sich einfache Hilfsmittel wie ein Schal, der Verbandskasten, eine Zigarettenschachtel oder andere auffällige Objekte, die anschließend fotografiert werden.
- Standort der Fahrzeuge: Der genaue Endstandort der Fahrzeuge nach dem Zusammenstoß sollte ebenfalls durch Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln gesichert werden, bevor die Fahrzeuge, wenn nötig, entfernt werden.
Die Bedeutung der Unfallskizze
Ergänzend zu den Fotos ist die Erstellung einer Skizze ein entscheidendes Dokumentationsmittel, um die Verhältnisse nachvollziehbar zu machen. Optimalerweise sollte diese Skizze folgende Elemente enthalten:
- Der genaue Straßenverlauf.
- Wichtige Verkehrszeichen und Ampeln in der Nähe.
- Der Standort der beteiligten Fahrzeuge.
- Angaben zu den Abstandsmaßen der Fahrzeuge zum Fahrbahnrand oder festen Punkten.
Datenaustausch und Kontaktaufnahme
Unmittelbar nach der Dokumentation der Unfallstelle muss der Austausch von Daten erfolgen:
- Es sind die vollständigen Kontaktdaten des Unfallbeteiligten zu notieren.
- Zusätzlich muss der Name der Versicherung des Unfallgegners erfasst werden.
Zurateziehung der Polizei: Eine Empfehlung
Ob die Polizei bei einem Bagatellschaden gerufen wird, obliegt grundsätzlich der Entscheidung der Unfallbeteiligten. Dennoch wird in vielen Fällen die Hinzuziehung der Polizei dringend angeraten. Dies dient vor allem der späteren Rechtssicherheit.
Im Nachhinein wurden bereits des Öfteren Aussagen von Unfallbeteiligten revidiert. Insbesondere wenn der Unfallgegner möglicherweise mehr Zeugen hat, kann ein offizieller Polizeibericht eine neutrale und objektive Feststellung des Sachverhalts liefern und späteren Ungereimtheiten oder abweichenden Darstellungen vorbeugen.